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Microsoft 365 Copilot –
das komplette Praxis-Tutorial

Woher Copilot kommt, wie er technisch funktioniert, warum die Integration in Office den entscheidenden Unterschied macht – und wie du ihn ab heute so steuerst, dass die Ergebnisse belastbar sind. Mit Master-Prompts, einer Prompt-Bibliothek zum Kopieren, Agenten-Baukasten und Prüfroutine.

Lesezeit ca. 35 Minuten 13 Lektionen 20+ Prompts zum Kopieren Begleitmaterial zur Schulung
Was du nach diesem Tutorial kannst
Erklären, was Copilot ist – und was er ausdrücklich nicht ist
Verstehen, wie Grounding über Microsoft Graph funktioniert
Jeden Prompt nach Ziel, Kontext, Erwartung und Quelle bauen
Einen eigenen Master-Prompt formulieren und wiederverwenden
Copilot in Outlook, Word, Excel, PowerPoint und Teams einsetzen
Benutzerdefinierte Anweisungen und Memory sinnvoll einstellen
Eine eigene Prompt-Bibliothek aufbauen und pflegen
Agenten bewerten, bauen, testen und betreiben
Ergebnisse in unter 60 Sekunden verlässlich prüfen
Typische Fehler vermeiden, bevor sie Arbeit erzeugen
Lektion 1

Woher Copilot kommt

Der Name ist Programm: Ein Co-Pilot fliegt mit – verantwortlich bleibt der Pilot.

Copilot ist keine einzelne App, sondern ein Produktprinzip, das Microsoft seit 2021 schrittweise ausgebaut hat. Wer die Entstehung kennt, versteht auch, warum das Werkzeug so funktioniert, wie es funktioniert.

  • Juni 2021 – der Anfang im Code
    GitHub und OpenAI starten die Technical Preview von GitHub Copilot, damals auf Basis von OpenAI Codex (einer auf Quellcode trainierten GPT-3-Variante). Das Versprechen: ein „AI pair programmer“, der Vorschläge macht – nicht der Entwickler, der entscheidet. Hier entsteht die Metapher, die bis heute trägt.
  • Juni 2022 – allgemein verfügbar
    GitHub Copilot wird ein kostenpflichtiger Dienst für alle Entwicklerinnen und Entwickler. Der Begriff „Copilot“ ist im Markt gesetzt.
  • 16. März 2023 – Copilot kommt ins Büro
    Microsoft kündigt Microsoft 365 Copilot an: dasselbe Prinzip, aber für Word, Excel, PowerPoint, Outlook und Teams – und angebunden an die eigenen Unternehmensdaten statt an öffentlichen Code.
  • 1. November 2023 – produktiver Einsatz
    Microsoft 365 Copilot wird für Enterprise-Kunden allgemein verfügbar. Zeitgleich wird „Bing Chat“ zu „Copilot“ umbenannt – ab hier heißt bei Microsoft fast jede KI-Oberfläche so.
  • 2024 – Breite statt Elite
    Copilot öffnet sich für kleinere Unternehmen und einzelne Nutzer. Die Lizenzstruktur wird zum eigenen Thema – und die Frage „Was darf Copilot bei uns sehen?“ wird zur wichtigsten IT-Frage des Rollouts.
  • Seit 2025 – Chat, Personalisierung, Agenten
    Copilot Chat mit Enterprise Data Protection, benutzerdefinierte Anweisungen, gespeicherte Erinnerungen, eine Prompt Gallery und der Agent Builder machen aus dem Assistenten einen konfigurierbaren Arbeitsplatz. Genau darum geht es in den Lektionen 7, 11 und 12.
Warum das wichtig ist: Die Luftfahrt-Metapher ist keine Marketing-Deko. Ein Co-Pilot bereitet vor, rechnet mit, schlägt vor und warnt. Er übernimmt nicht die Verantwortung für den Flug. Genau so ist Copilot gebaut – und genau so solltest du ihn benutzen.
Lektion 2

Wie Copilot funktioniert

Sprachmodell plus deine Daten plus deine Berechtigungen – in dieser Reihenfolge.

Viele halten Copilot für eine Suchmaschine mit besserer Sprache. Das führt zu falschen Erwartungen. Tatsächlich passiert bei jedem Prompt Folgendes:

  1. Du stellst eine Anfrage – in Copilot Chat oder direkt in Word, Outlook, Excel, PowerPoint oder Teams.
  2. Grounding: Copilot verarbeitet deinen Prompt vor und reichert ihn an – mit dem geöffneten Dokument, der Mailkette, den von dir referenzierten Dateien und passenden Inhalten aus Microsoft Graph (Mails, Dateien, Chats, Termine deiner Organisation). Maßstab sind ausschließlich deine vorhandenen Berechtigungen.
  3. Übergabe an das Sprachmodell: Der so angereicherte Prompt wird verschlüsselt an das große Sprachmodell (LLM) übergeben, das die Antwort erzeugt.
  4. Prüfung und Rückweg: Die Antwort durchläuft Sicherheits-, Compliance- und Responsible-AI-Prüfungen und wird in der App angezeigt – idealerweise mit Verweisen auf die verwendeten Quellen.
  5. Ablage: Die Unterhaltung landet in deinem Copilot-Chatverlauf, damit du sie weiterverwenden und iterieren kannst.

Drei Dinge, die du dabei nie vergessen solltest

Wahrscheinlichkeit statt Wahrheit

Ein Sprachmodell erzeugt den plausibelsten nächsten Text – nicht den nachweislich richtigen. Plausibel und korrekt sind zwei verschiedene Dinge. Genau hier entstehen Halluzinationen.

Berechtigungen sind die Grenze

Copilot sieht genau das, was du auch selbst öffnen könntest – nicht mehr. Aber auch nicht weniger: Zu weit freigegebene Ordner werden mit Copilot sichtbarer als vorher.

Ohne Quelle wird geraten

Nennst du keine Quelle, greift das Modell auf allgemeines Wissen zurück. Nennst du eine Datei, eine Mail oder eine Besprechung, arbeitet es damit. Der Unterschied ist gewaltig.

Was mit deinen Daten passiert

Für Microsoft 365 Copilot und Copilot Chat gilt Enterprise Data Protection. Die wichtigsten Punkte in Kurzform:

  • Prompts, Antworten und die über Microsoft Graph genutzten Daten werden nicht zum Training der Foundation Models verwendet.
  • Daten sind bei Übertragung und Speicherung verschlüsselt; Mandanten sind voneinander getrennt.
  • Vertraulichkeitsbezeichnungen (Sensitivity Labels), Aufbewahrungsrichtlinien, Auditierung und Conditional Access gelten unverändert weiter.
  • Die EU-Datengrenze gilt für Microsoft 365 Copilot. Ausnahme: Websuchanfragen, die an Bing gehen – sie werden ohne Nutzer- und Mandantenkennung separat behandelt.
Wichtige Abgrenzung: Diese Schutzmechanismen gelten für deinen Arbeitsaccount in Microsoft 365 – nicht für private KI-Chats oder persönliche Copilot-Konten. Melde dich für Arbeitsinhalte immer mit dem Firmenkonto an und prüfe im Zweifel die interne Richtlinie deines Unternehmens.
Lektion 3

Die Besonderheit: Copilot lebt in Office

Der eigentliche Unterschied zu freien KI-Chats ist nicht das Modell – es ist der Kontext.

Ein freier KI-Chat kennt deine Arbeit nicht. Du musst alles hineinkopieren, was er wissen soll – und darfst genau das mit vertraulichen Inhalten oft nicht. Microsoft 365 Copilot dreht das Verhältnis um: Er sitzt in der Anwendung, in der die Arbeit ohnehin stattfindet, und darf – im Rahmen deiner Berechtigungen – auf das zugreifen, was dort liegt.

Freier KI-Chat

Kennt nur, was du hineinkopierst · kein Zugriff auf Postfach, Dateien oder Termine · Ergebnis muss manuell zurück ins Dokument · vertrauliche Inhalte oft nicht erlaubt.

Microsoft 365 Copilot

Kennt deinen Arbeitskontext über Microsoft Graph · arbeitet direkt im Dokument, in der Mail, im Meeting · respektiert Berechtigungen und Labels · Ergebnis entsteht dort, wo du weiterarbeitest.

Wo Copilot überall sitzt – und was er dort tut

OrtTypische AufgabenWorauf du achtest
Copilot ChatApp-übergreifend fragen, Tagesstart-Briefing, Vergleiche, Recherche, EntwürfeUmschalter zwischen Arbeitsdaten und Web bewusst setzen
OutlookMailketten zusammenfassen, Antwortentwürfe, Ton anpassen, Coaching vor dem SendenNamen, Termine, Zusagen und Empfängerkreis prüfen
WordEntwurf aus Quellen, umschreiben, kürzen, zusammenfassen, Fragen zum DokumentQuellen ausdrücklich begrenzen; Formatvorlagen bleiben deine Aufgabe
ExcelDaten erklären, Formeln vorschlagen und erläutern, Auswertungen und TrendsMindestens einen Wert selbst gegenrechnen; Bereich als echte Tabelle formatieren
PowerPointGliederung aus einem Bericht, Foliensatz aus Word, Sprechernotizen, Folien kürzenDie Storyline verantwortest du – Copilot liefert Rohmaterial
TeamsMeeting-Zusammenfassung, Entscheidungen und To-dos, „Was habe ich verpasst?“Transkript-/Aufzeichnungsrechte und Zustimmung der Teilnehmenden
OneNote, Loop, PlannerNotizen verdichten, Aufgabenlisten erzeugen, Pläne strukturierenFreigaben prüfen, bevor Inhalte geteilt werden

Welche Funktionen dir konkret zur Verfügung stehen, hängt von Lizenz, App-Version und den Freigaben deiner IT ab. Wenn eine Schaltfläche fehlt, liegt es fast nie an dir.

Der wichtigste Handgriff: Quellen mit „/“ referenzieren

In Copilot Chat und in den Office-Apps kannst du mit dem Schrägstrich gezielt eine Datei, eine Mail, eine Besprechung oder eine Person als Quelle einbinden. Das ist der Unterschied zwischen „Copilot vermutet“ und „Copilot arbeitet mit deinem Material“.

So klingt der Unterschied

Ohne Quelle: „Fasse den Projektstand zusammen.“ → Ein allgemein klingender Text, der zu jedem Projekt passen könnte.

Mit Quelle: „Fasse ausschließlich auf Basis von /Statusbericht_KW32 und /Risikoliste den Projektstand zusammen. Markiere jede Aussage ohne Beleg mit [PRÜFEN].“ → Ein prüfbares Ergebnis mit klarer Herkunft.

Assistent, nicht Autopilot: Copilot beschleunigt Entwürfe, Zusammenfassungen und Analysen. Fakten, Zahlen, Namen, Ton, Quellen, Datenschutz und die geschäftliche Entscheidung bleiben bei dir. Diese eine Regel ist wichtiger als jeder Trick in diesem Tutorial.
Lektion 4

Das Prompt-Modell: Ziel, Kontext, Erwartung, Quelle

Vier Bausteine machen jeden Auftrag steuerbar. Nicht jeder Prompt muss lang sein – aber fehlende Bausteine sollten bewusst fehlen.

BausteinLeitfrageBeispiel
ZielWas soll entstehen oder entschieden werden?„Erstelle eine einseitige Entscheidungsvorlage.“
KontextFür wen, warum und in welcher Situation?„Für die Geschäftsleitung vor dem Go-live.“
ErwartungFormat, Ton, Länge und Qualitätskriterien?„Klar, sachlich, max. 500 Wörter, Risiken getrennt.“
QuelleWelche Datei, Mail, Besprechung oder Datenbasis gilt?„Nutze ausschließlich /Statusbericht und /Risikoliste.“

Von einem schwachen zu einem prüfbaren Prompt

Schwach

„Schreibe eine Projektmail.“

Ergebnis: höflich, allgemein, ohne Entscheidung, ohne Frist – und du schreibst sie doch selbst.

Steuerbar

„Entwirf an Lisa eine sachliche Statusmail zum Testtag. Ziel ist eine Entscheidung, ob der Test am 18. August stattfindet. Nutze ausschließlich den verlinkten Statusbericht und die Risikoliste. Beginne mit der benötigten Entscheidung, nenne anschließend zwei Risiken und schließe mit einer Frist. Maximal 120 Wörter. Markiere widersprüchliche Termine mit [PRÜFEN].“

Merksatz für den Alltag: Beauftrage, statt zu wünschen. Ein Wunsch beschreibt ein Thema („etwas zum Projekt“), ein Auftrag beschreibt ein Ergebnis („eine Entscheidungsvorlage mit drei Optionen und einer Empfehlung“).
Lektion 5

Der Master-Prompt

Ein Gerüst, das du einmal baust und danach nur noch füllst. Das ist der größte Zeitgewinn im ganzen Tutorial.

Ein Master-Prompt ist kein magischer Satz, sondern eine Struktur. Er enthält immer dieselben Abschnitte, damit du nie wieder vor einem leeren Eingabefeld sitzt und damit die Qualität nicht von der Tagesform abhängt. Diese acht Bausteine haben sich bewährt:

BausteinWas hineingehört
ROLLEAus welcher fachlichen Perspektive soll gearbeitet werden? (optional, aber wirksam bei Reviews)
ZIELDas konkrete Ergebnis oder die zu stützende Entscheidung – in einem Satz.
KONTEXTZielgruppe, Wissensstand, Anlass, Rahmenbedingungen wie Frist, Umfang, Richtlinie, Sprache.
QUELLENWelche Dateien, Mails, Besprechungen oder Daten gelten – und dass sie Vorrang vor allgemeinem Wissen haben.
ERWARTUNGAusgabeformat, Ton, Detailgrad, Länge und Qualitätskriterien.
PRÜFUNGBelegpflicht, Trennung von Fakten und Annahmen, Kennzeichnung von Unsicherheiten mit [PRÜFEN].
GRENZENWas ausdrücklich nicht passieren soll: keine neuen Zahlen, keine Zusagen, keine Entscheidung an deiner Stelle.
NÄCHSTER SCHRITTRückfragen zuerst, wenn wesentliche Angaben fehlen – statt munter drauflos zu erfinden.
Universeller Master-Prompt (Allzweck-Gerüst)
ZIEL
Erstelle [konkretes Ergebnis oder unterstütze konkrete Entscheidung].

KONTEXT
Zielgruppe: [Rolle/Wissensstand].
Situation und Zweck: [warum wird das Ergebnis benötigt?].
Wichtige Rahmenbedingungen: [Frist, Umfang, Richtlinie, Sprache].

ERWARTUNG
Ausgabeformat: [E-Mail / Tabelle / Entscheidungsvorlage / 5 Stichpunkte].
Ton und Detailgrad: [klar, sachlich, freundlich, fachlich].
Qualitätskriterien: [vollständig, widerspruchsfrei, handlungsorientiert].

QUELLEN
Nutze [Dateien, Mails, Besprechungen, Links oder Daten].
Bevorzuge diese Quellen gegenüber allgemeinem Wissen.

PRÜFUNG
Erfinde keine Fakten, Namen, Zahlen, Termine oder Zuständigkeiten.
Trenne belegte Aussagen, Annahmen und offene Punkte.
Markiere Unsicherheiten mit [PRÜFEN] und nenne die Quelle je Kernaussage.
Stelle bis zu drei Rückfragen, wenn wesentliche Angaben fehlen.
Master-Prompt: Analyse mit Belegpflicht
ROLLE
Agiere als sorgfältige fachliche Analystin für [Fachgebiet].

ZIEL
Beantworte diese Frage entscheidungsreif: [präzise Frage].

QUELLEN
Nutze ausschließlich /[Quelle 1] und /[Quelle 2].
Wenn die Quellen die Antwort nicht enthalten, schreibe wortwörtlich:
"In den freigegebenen Quellen nicht gefunden." Erfinde nichts.

ERWARTUNG
Gliedere in genau vier Abschnitte:
1. Antwort in maximal drei Sätzen,
2. Belege - je Aussage die Quelle mit Fundstelle,
3. Annahmen und Unsicherheiten,
4. Was ich zusaetzlich brauche, um sicher zu entscheiden.

GRENZEN
Keine neuen Zahlen, keine Ursachenbehauptungen ohne Beleg,
keine Empfehlung ohne Nennung der Alternative.
Maximal [400] Wörter.
Master-Prompt: Kritischer Review (Red Team)
ROLLE
Agiere als kritischer Reviewer für [Zielgruppe]. Deine Aufgabe ist es,
Schwachstellen zu finden - nicht, den Text zu loben.

ZIEL
Prüfe /[Dokument] vor der Freigabe an [Empfängerkreis].

PRÜFRASTER
Prüfe in dieser Reihenfolge:
1. Ist die Kernaussage im ersten Absatz eindeutig?
2. Welche Aussagen sind unbelegt?
3. Wo widersprechen sich Zahlen, Termine oder Zuständigkeiten?
4. Welche unbeabsichtigten Zusagen stehen im Text?
5. Welche Risiken oder Gegenargumente fehlen?
6. Welche nächsten Schritte sind unklar oder ohne Owner?

ERWARTUNG
Liefere zuerst die fünf wichtigsten Befunde nach Schwere sortiert,
danach konkrete Änderungsvorschläge mit Fundstelle.

GRENZEN
Verändere keine Fakten und ergänze keine neuen Inhalte.
Wenn dir Kontext fehlt, benenne die Lücke statt sie zu füllen.

Zwölf Profi-Tipps für bessere Prompts

  1. Beschreibe das Ergebnis, nicht den Weg. „Eine Entscheidungsvorlage mit drei Optionen“ schlägt „denke gründlich nach“.
  2. Nenne die Quelle explizit – mit „/“ und dem Zusatz „nutze ausschließlich“.
  3. Baue eine Prüfregel ein: „Markiere jede Aussage ohne eindeutigen Beleg mit [PRÜFEN].“ Das macht Unsicherheit sichtbar, statt sie zu verstecken.
  4. Lass zuerst fragen: „Stelle mir höchstens drei Rückfragen, die das Ergebnis am stärksten verbessern. Beginne erst danach.“
  5. Gib ein Muster mit. Ein kurzes Beispiel der gewünschten Struktur wirkt stärker als drei Sätze Beschreibung.
  6. Fordere Trennung: Fakten – Annahmen – Empfehlung – offene Fragen als getrennte Blöcke.
  7. Verlange Varianten statt Perfektion: „Gib drei Fassungen: direkt, neutral, formell.“ Auswählen ist schneller als umformulieren.
  8. Setze harte Grenzen: maximale Wortzahl, keine neuen Zahlen, keine Zusagen, keine Namen erfinden.
  9. Lass selbst prüfen: „Prüfe deine Antwort gegen diese fünf Kriterien und korrigiere sie, bevor du sie ausgibst.“
  10. Definiere das Abbruchkriterium: „Wenn die Quelle die Information nicht enthält, schreibe ‚nicht in der Quelle gefunden‘.“
  11. Formuliere positiv und konkret. „Nenne zu jeder Zahl die Quelle“ wirkt zuverlässiger als nur „erfinde nichts“. Am stärksten ist beides zusammen.
  12. Bleib im selben Chat. Nachfassen schlägt Neustart – der Kontext ist bereits aufgebaut (mehr dazu in Lektion 6).
Der häufigste Denkfehler: „Denke Schritt für Schritt“ ohne Ergebnisformat. Sag lieber, welche Zwischenprodukte du sehen willst – zum Beispiel erst die Gliederung, dann den Text. Sichtbare Zwischenschritte kannst du korrigieren, unsichtbare nicht.
Lektion 6

Iterieren statt den perfekten Prompt suchen

Die zweite Anweisung ist fast immer wertvoller als die erste.

Wer nach dem einen perfekten Prompt sucht, verliert Zeit. Profis schreiben einen guten ersten Auftrag – und steuern danach mit kurzen Korrekturen nach. Diese sechs Sätze decken die meisten Fälle ab:

  • „Kürze auf 100 Wörter, ohne Entscheidung, Frist und Risiken zu verlieren.“
  • „Trenne Fakten, Annahmen und Empfehlungen.“
  • „Ergänze zu jeder Zahl die verwendete Quelle.“
  • „Gib drei Betreffzeilen: direkt, neutral und freundlich.“
  • „Prüfe deine Antwort gegen diese fünf Kriterien: …“
  • „Die Struktur ist noch falsch. Beginne neu mit Ziel, Status, Risiko, Entscheidung, nächstem Schritt.“
Rückfragen zuerst: Bei unklarem Auftrag hilft dieser Satz mehr als jede Umformulierung: „Stelle mir zuerst drei kurze Rückfragen, die das Ergebnis am stärksten verbessern. Beginne erst danach mit dem Entwurf.“
Lektion 7

Benutzerdefinierte Anweisungen & Memory

Einmal einstellen, dauerhaft besser: Was du hier hinterlegst, musst du nie wieder in jeden Prompt schreiben.

Benutzerdefinierte Anweisungen einrichten

  1. Öffne oben rechts „Einstellungen und mehr“ und anschließend die Chat-Einstellungen.
  2. Wähle „Personalisierung“.
  3. Öffne „Benutzerdefinierte Anweisungen“ beziehungsweise „Custom instructions“.
  4. Beschreibe nur stabile Präferenzen: Sprache, Antwortformat, Ton, gewünschte Prüfhinweise und typische Zielgruppe.
  5. Speichere die Anweisungen.
  6. Überarbeite sie, wenn sie fachliche Aufgaben unerwünscht einschränken.
Empfohlene persönliche Anweisungen (zum Übernehmen)
Antworte standardmäßig auf Deutsch und verwende klare Überschriften,
kurze Absätze und präzise Aufzählungen.

Beginne mit dem wichtigsten Ergebnis oder der benötigten Entscheidung.

Trenne belegte Fakten, Annahmen, Empfehlungen und offene Fragen
sichtbar voneinander.

Erfinde keine Namen, Zahlen, Termine, Quellen oder Zuständigkeiten.
Markiere fehlende Informationen mit [PRÜFEN].

Bei Dokumententwürfen nutze einen professionellen, klaren und
freundlichen Business-Ton. Verwende Datumsangaben im Format TT.MM.JJJJ.

Wenn der Auftrag ohne wesentliche Angaben nicht zuverlässig lösbar ist,
stelle zuerst höchstens drei kurze Rückfragen.
Baukasten: eigene Anweisungen für deine Rolle
Sprache und Ton: [Deutsch, professionell und freundlich / Englisch, knapp].
Meine Rolle: [z. B. Projektleitung im Bereich X].
Meine typische Zielgruppe: [z. B. Geschäftsleitung, Fachbereich, Kunden].

Standardformat: Beginne mit [Ergebnis / Entscheidung / Empfehlung].
Nutze [kurze Absätze und Aufzählungen / Tabellen bei Vergleichen].
Standardlänge: [maximal 200 Wörter, wenn ich nichts anderes sage].

Immer mitliefern: Quelle je Kernaussage, Trennung von Fakten und
Annahmen, [PRÜFEN]-Markierung bei fehlenden Informationen.

Nie tun: Zahlen, Namen, Termine oder Zuständigkeiten ergänzen, die
nicht in der Quelle stehen. Keine Zusagen in meinem Namen formulieren.

Bei unklarem Auftrag: höchstens drei kurze Rückfragen stellen.
Was hier nicht hineingehört: Keine vertraulichen Inhalte, keine Kundennamen, keine internen Kennzahlen und nichts, was sich ständig ändert. Anweisungen gelten für jede Antwort – je enger du sie fasst, desto häufiger bremsen sie dich bei Aufgaben, an die du beim Schreiben nicht gedacht hast. Wenn Antworten plötzlich seltsam eingeschränkt wirken, ist fast immer eine zu strenge Anweisung die Ursache.

Copilot Memory verwalten

Copilot kann wichtige Präferenzen aus Gesprächen als Erinnerungen speichern. Du kannst das aktiv auslösen, indem du im Chat „Merk dir das“ schreibst. Genauso wichtig ist das Aufräumen:

  1. Öffne Copilot Chat > „Einstellungen und mehr“ > Chat-Einstellungen > Personalisierung.
  2. Öffne „Gespeicherte Erinnerungen verwalten“.
  3. Prüfe jede Erinnerung auf Richtigkeit, Aktualität und Angemessenheit.
  4. Lösche veraltete oder zu spezifische Erinnerungen.
  5. Schalte das Speichern aus, wenn es für deine Rolle oder Richtlinie nicht passt.
  6. Nutze „Alle Erinnerungen löschen“, wenn ein vollständiger Neustart nötig ist.

Was gehört wohin?

InformationBesserer Ort
Stabile Antwortpräferenz (Sprache, Format, Ton)Benutzerdefinierte Anweisung
Persönliche Arbeitspräferenz (Rolle, Team, wiederkehrender Kontext)Copilot Memory
Wiederverwendbarer ArbeitsauftragPrompt-Bibliothek (Lektion 11)
Standard mit festen Quellen und RegelnAgent (Lektion 12)
Faustregel: Was für jede Antwort gelten soll, gehört in die Anweisungen. Was für eine wiederkehrende Aufgabe gilt, gehört in die Prompt-Bibliothek. Was für ein ganzes Verfahren mit festen Quellen gilt, gehört in einen Agenten.
Lektion 8

Copilot in Outlook

Lange Mailketten in Sekunden verstehen – und Antworten schreiben, die Handeln auslösen.

Mailketten zusammenfassen und beantworten

  1. Öffne die Mailkette und nutze die Copilot-Zusammenfassung.
  2. Fordere getrennt an: Kernaussagen, offene Fragen, Entscheidungen und To-dos mit Owner.
  3. Lass danach einen Antwortentwurf erstellen – klarer Betreff, maximal 120 Wörter.
  4. Prüfe Namen, Termine, Zusagen und den Ton, bevor du sendest.
Prompt: Mailkette bearbeiten
Fasse diese Mailkette in vier Abschnitten zusammen:
1. bestätigte Kernaussagen,
2. offene Fragen,
3. Entscheidungen mit Datum,
4. To-dos mit Owner und Frist.

Nenne Widersprüche separat und zitiere jeweils die relevante Nachricht
mit Absender und Datum. Entwirf danach eine sachliche Antwort an
[Zielgruppe], maximal 120 Wörter. Beginne mit der benötigten
Entscheidung. Erfinde keine fehlenden Zuständigkeiten oder Termine;
markiere sie mit [PRÜFEN].
Prompt: Tagesstart-Briefing
Fasse meine arbeitsbezogenen E-Mails, Chats und Termine der letzten
24 Stunden zusammen.

Liefere eine priorisierte Liste mit:
- dringenden Punkten und Fristen,
- Entscheidungen, die ich treffen muss,
- Personen, die auf meine Antwort warten,
- Terminen, auf die ich mich vorbereiten muss,
- höchstens drei empfohlenen nächsten Schritten für heute.

Nenne zu jedem Punkt die zugrunde liegende Mail, Unterhaltung oder
Besprechung. Vermische keine privaten Inhalte.
Ich prüfe die Priorisierung selbst.

Meeting-Einladungen, die vorher schon Klarheit schaffen

Eine Einladung ist ein Arbeitsauftrag. Sie sollte vor dem Termin klären: Warum findet das Meeting statt, welches Ergebnis soll entstehen, wer wird gebraucht, und wie wird die gemeinsame Zeit genutzt? Ein Titel wie „Austausch zu Projekt X“ beschreibt ein Thema. „Entscheidung über Go-live-Termin und Verantwortliche“ beschreibt ein Ergebnis.

Master-Prompt: Meeting-Einladung aus Kontext erzeugen
Erstelle auf Basis von [E-Mail-Thread / Dokument / Stichpunkten] eine
professionelle Meeting-Einladung.

Zielgruppe: [Teilnehmende und Rollen].
Meetingtyp: [Entscheidung / Arbeitsmeeting / Briefing].
Dauer: [Minuten].

Liefere:
1. einen konkreten Titel nach dem Muster "Meetingtyp | Thema | Ergebnis",
2. ein Ziel in einem Satz,
3. ein überprüfbares erwartetes Ergebnis,
4. eine Agenda mit Zeitangaben, deren Summe der Dauer entspricht,
5. notwendige Vorbereitung, Rollen und Material,
6. offene Punkte, die ich vor Versand klären muss.

Nutze ausschließlich die angegebenen Quellen. Erfinde keine Termine,
Namen, Entscheidungen oder Zuständigkeiten. Markiere Unsicherheiten
mit [PRÜFEN].
Nachbereitung nicht vergessen: Lass dir direkt nach dem Termin Entscheidungen, offene Punkte, To-dos mit Owner und Frist zusammenstellen – und verschicke die Zusammenfassung möglichst am selben Arbeitstag. Verlinke die zentrale Dokumentation, statt neue Dateikopien zu verteilen.
Lektion 9

Copilot in Word

Entwerfen, zusammenfassen, überarbeiten – immer mit angegebener Quelle.

Entwurf aus Quellen erstellen

  1. Öffne Copilot im Ziel-Dokument oder referenziere die freigegebenen Dateien.
  2. Beschreibe Zielgruppe, Zweck und die gewünschte Gliederung.
  3. Begrenze die Quellen ausdrücklich.
  4. Fordere zuerst eine Struktur an, bevor ein langer Entwurf erzeugt wird.
  5. Prüfe die Struktur und ergänze fehlende Kapitel.
  6. Lass anschließend abschnittsweise entwerfen.
  7. Prüfe Aussagen am Quellmaterial.
  8. Wende echte Word-Formatvorlagen an – erst Struktur, dann Optik.
Prompt: Einseitige Entscheidungsvorlage
Erstelle aus /[Statusbericht] und /[Risikoliste] eine einseitige
Entscheidungsvorlage für [Leitung/Zielgruppe].

Struktur:
1. Ziel und benötigte Entscheidung,
2. aktueller Status,
3. wichtigste Fakten,
4. maximal drei Risiken mit Auswirkung,
5. Optionen mit Vor- und Nachteilen,
6. Empfehlung,
7. nächste Schritte mit Owner und Termin.

Nutze ausschließlich die beiden Quellen. Markiere jede Aussage ohne
eindeutigen Beleg mit [PRÜFEN]. Maximal 600 Wörter, sachlicher Ton,
wichtigste Entscheidung zuerst.

Text gezielt überarbeiten

Markiere die konkrete Passage und sage nicht nur „schöner“, sondern definiere die Veränderung: kürzer, verständlicher, sachlicher, zielgruppengerechter, aktiver oder konsistenter.

Prompt: Passage gezielt verbessern
Überarbeite den markierten Abschnitt für [Zielgruppe].

Ziele: klare Kernaussage im ersten Satz, aktive Sprache, kurze Sätze,
keine Wiederholungen.
Grenzen: Aussagen, Zahlen und Bedeutung dürfen nicht verändert oder
ergänzt werden.
Ausgabe: zuerst die überarbeitete Fassung, danach eine kurze Liste der
wesentlichen Änderungen und möglicher inhaltlicher Unklarheiten.
Lektion 10

PowerPoint und Datenauswertung

Prüfbare Fragen statt „Analysiere das“.

Präsentationsgliederung aus einem Bericht

Prompt: Fünf-Folien-Storyline
Erstelle ausschließlich auf Basis von /[Bericht] eine 5-Folien-Gliederung
für [Zielgruppe].

Folie 1: Ziel und Kernaussage
Folie 2: Status und wichtigste Fakten
Folie 3: Risiken und Auswirkungen
Folie 4: benötigte Entscheidung mit Optionen
Folie 5: nächste Schritte mit Owner und Termin

Für jede Folie: eine aussagekräftige Überschrift, höchstens drei
Kernpunkte und ein sinnvoller Visualisierungsvorschlag. Erfinde keine
Zahlen oder Quellen. Markiere fehlende Informationen mit [PRÜFEN].

Prüfbare Datenfrage stellen

Definiere Metrik, Vergleich, Zeitraum, Zielwert und Ausgabeformat. Und rechne zentrale Zahlen selbst nach – oder mit einer zweiten Methode.

Prompt: Datencheck gegen Zielwert
Berechne aus /[Datendatei] die [Metrik] je [Region/Team] für [Zeitraum].

Vergleiche jeden Wert mit dem Ziel [80 %] und liefere:
1. eine Rangliste,
2. Abweichung in Prozentpunkten,
3. die zwei größten negativen Abweichungen,
4. eine passende Visualisierung,
5. eine kurze Interpretation ausschließlich auf Basis der Daten.

Zeige die verwendete Berechnungsformel. Erfinde keine Ursachen.
Trenne Datenbefund und Hypothesen. Markiere fehlende oder unplausible
Werte.
Zahlenregel: Rechne mindestens einen Wert pro Auswertung selbst gegen. Wenn dieser eine Wert stimmt, ist das kein Beweis – wenn er nicht stimmt, hast du dir viel Ärger erspart.
Lektion 11

Die eigene Prompt-Bibliothek

Eine gute Bibliothek speichert keine Texte, sondern bewährte Arbeitsabläufe.

Prompts in Microsoft 365 speichern

  1. Führe den Prompt mindestens einmal erfolgreich aus.
  2. Fahre über den ausgeführten Prompt und wähle rechts oben über dem Chat das Lesezeichen beziehungsweise „Prompt speichern“.
  3. Vergib einen eindeutigen Titel nach dem Muster „Anwendung | Ergebnis | Situation“.
  4. Öffne die Prompt Gallery und wechsle zu „Deine Prompts“ beziehungsweise „Your prompts“.
  5. Entferne veraltete Prompts und prüfe Team-Prompts regelmäßig auf geänderte Quellen, Regeln und Begriffe.
So findest du die Prompt Gallery

Copilot öffnen → in das Eingabefeld klicken → unter dem Eingabefeld auf einen vorgeschlagenen Prompt oder auf „…“ beziehungsweise die Prompt-Auswahl gehen → dort öffnet sich die Prompt Gallery mit Microsoft-Prompts, deinen gespeicherten Prompts und – falls im Tenant aktiviert – Team-Prompts.

Empfohlene Namenskonvention: OUTLOOK | Mailkette | Entscheidungen und To-dos · MEETING | Einladung | Entscheidungsmeeting 30 Min. · WORD | Entscheidungsvorlage | Management · DATEN | Zielabweichung | Regionen · REVIEW | Qualitätscheck | Fakten und Quellen

Zehn kopierfertige Alltags-Prompts

1 · Inbox-Triage
Prüfe meine neuen arbeitsbezogenen E-Mails seit [Zeitpunkt]. Ordne sie
in: sofort erledigen, delegieren, terminieren, aufschieben, archivieren
oder löschen. Nenne je Mail Absender, Betreff, empfohlene Aktion,
Begründung und Frist. Führe keine Aktion selbst aus. Markiere
Unsicherheiten und vertrauliche Inhalte.
2 · „Warten auf“-Liste
Erstelle aus meinen gesendeten und empfangenen Mails der letzten [7]
Tage eine Liste von Vorgängen, bei denen ich auf eine Antwort, Freigabe
oder Lieferung warte. Nenne Person, Thema, ursprüngliches Datum,
vereinbarte Frist und einen höflichen Follow-up-Vorschlag.
Erfinde keine Fristen.
3 · Meeting-Vorbereitung
Bereite mich auf das nächste Meeting mit [Person/Team] vor. Nutze die
freigegebenen E-Mails, Kalenderinformationen und Dateien zu [Thema].
Liefere Ziel, letzten Stand, offene Entscheidungen, Zusagen, Risiken,
sinnvolle Fragen und drei Gesprächspunkte. Nenne die Quelle zu jedem
kritischen Punkt.
4 · Meeting-Recap
Fasse /[Meeting] zusammen: Kernaussagen, getroffene Entscheidungen,
verworfene Optionen, offene Fragen und To-dos mit Owner und Frist.
Trenne ausdrücklich bestätigt von vorgeschlagen. Markiere unklare
Zuständigkeiten mit [PRÜFEN].
5 · Entscheidungs-E-Mail
Entwirf eine E-Mail an [Empfänger] mit dem Ziel [Entscheidung/Handlung].
Beginne mit der Handlungsaufforderung, erkläre nur den nötigen Kontext,
nenne Frist und Material. Sachlich-freundlicher Ton, höchstens [120]
Wörter. Nutze ausschließlich [Quelle].
6 · Text kürzen ohne Bedeutungsverlust
Kürze den folgenden Text um ungefähr [30] Prozent. Erhalte alle Fakten,
Zahlen, Bedingungen und Zusagen. Entferne Wiederholungen, Füllwörter
und unnötige Vorrede. Gib danach an, welche Inhalte du verdichtet hast
und welche Unklarheiten bestehen.
7 · Kritischer Review
Agiere als kritischer fachlicher Reviewer für [Zielgruppe]. Prüfe
/[Dokument] auf unklare Kernaussage, fehlende Belege, Widersprüche,
unbeabsichtigte Zusagen, Risiken und unklare nächste Schritte. Liefere
zuerst die fünf wichtigsten Befunde, dann konkrete Änderungsvorschläge
mit Fundstelle. Verändere keine Fakten.
8 · Wochenstart
Erstelle aus Kalender, To-dos und relevanten Arbeitsnachrichten eine
Wochenübersicht. Zeige feste Termine, Fristen, drei wichtigste
Ergebnisse, Abhängigkeiten und Personen, die auf mich warten. Schlage
Fokusblöcke vor, ohne Termine zu verschieben oder Einladungen zu senden.
9 · Statusbericht
Erstelle aus /[Projektquellen] einen Statusbericht für [Zielgruppe] mit
Ziel, Fortschritt seit [Datum], Ampelstatus mit Begründung,
Meilensteinen, Risiken, Entscheidungen und nächsten Schritten.
Belege jede Statusaussage und markiere Datenlücken.
10 · Drei Varianten
Erstelle drei vollständige Varianten für [Text/Betreff/Struktur]:
1) direkt und knapp, 2) neutral und kooperativ, 3) formell.
Bewahre Aussage, Fakten und gewünschte Handlung. Erkläre in einem Satz,
wann welche Variante passt.
Lektion 12

Agenten nutzen und selbst erstellen

Ein Agent ist ein Prompt, der zur Rolle geworden ist: feste Anweisungen, feste Quellen, feste Qualitätsregeln.

Ein Agent kombiniert Anweisungen, ausgewählte Wissensquellen, Fähigkeiten und Start-Prompts für einen wiederkehrenden Zweck. Er lohnt sich, wenn mehrere ähnliche Anfragen nach denselben Regeln und auf Basis derselben Quellen bearbeitet werden sollen.

Zuerst: einen vorhandenen Agenten sicher nutzen

Bevor du selbst baust, lohnt der Blick auf das, was es schon gibt. Vieles ist bereits vorhanden – von Microsoft, von deiner Organisation oder von Kolleginnen und Kollegen.

  1. Öffne in Microsoft 365 Copilot „Alle Agenten“ beziehungsweise den Agent Store.
  2. Wähle einen Agenten aus dem Microsoft-Angebot, aus „Von deiner Organisation erstellt“ oder einen für dich freigegebenen Agenten.
  3. Lies die Beschreibung: Wofür ist er gedacht, welche Quellen nutzt er, wer betreut ihn?
  4. Teste ihn mit einem Fall, dessen richtige Antwort du bereits kennst – so erkennst du sofort, ob er zu deinem Kontext passt.
  5. Prüfe das Ergebnis wie jedes andere Copilot-Ergebnis. Ein Agent ist keine Qualitätsgarantie, sondern eine Voreinstellung.

Wann sich ein eigener Agent lohnt

  • Die Aufgabe wiederholt sich häufig.
  • Ablauf und gewünschtes Ergebnis sind klar beschreibbar.
  • Es gibt verlässliche, gepflegte Wissensquellen.
  • Qualitätsregeln lassen sich testen.
  • Fehler können erkannt und sicher behandelt werden.
  • Der Nutzen ist größer als der Pflegeaufwand.

Nicht gut geeignet sind einmalige Aufgaben, unklare Verantwortlichkeiten, veraltete Quellen und Prozesse, in denen der Agent selbstständig riskante Entscheidungen treffen würde.

Mit dem Agent Builder Schritt für Schritt

  1. Öffne Microsoft 365 Copilot und wähle in der linken Navigation „Neuer Agent“.
  2. Beschreibe den gewünschten Agenten in natürlicher Sprache – oder wähle „Zur Konfiguration“, um Felder manuell auszufüllen.
  3. Gib einen kurzen, eindeutigen Namen und eine präzise Beschreibung ein. Die Beschreibung hilft Nutzern und Copilot zu erkennen, wann der Agent passt.
  4. Formuliere die Anweisungen: Zweck, Zielgruppe, Aufgaben, Arbeitsablauf, Ausgabeformate, Qualitätsregeln, Grenzen und Fehlerbehandlung.
  5. Füge nur notwendige Wissensquellen hinzu – zum Beispiel gepflegte SharePoint-Seiten, Ordner, Dateien, freigegebene Websites oder, je nach Lizenz, E-Mail- und Teams-Kontext.
  6. Ergänze klare Starter-Prompts mit verständlichem Namen und Beispielauftrag.
  7. Teste mit echten Fällen und verbessere Anweisungen, Quellen oder Starter-Prompts.
Master-Anweisung für einen Microsoft-365-Agenten (Baukasten)
# ZWECK
Du bist der Agent "[Name]". Du unterstützt [Nutzergruppe] dabei,
[konkretes Ergebnis] zuverlässig und effizient zu erstellen.

# UMFANG
Unterstützte Aufgaben:
- [Aufgabe 1]
- [Aufgabe 2]
- [Aufgabe 3]

Nicht unterstützt:
- [riskante oder fachfremde Aufgabe]
- [Entscheidungen, die Menschen treffen müssen]

# WISSEN UND QUELLEN
Nutze vorrangig die konfigurierten Quellen [Quellgruppen].
Nenne zu wichtigen Fakten die konkrete Quelle und, wenn erkennbar,
Stand oder Datum.
Wenn Quellen widersprechen, stelle die Aussagen gegenüber und markiere
den Konflikt.
Wenn keine passende Quelle vorhanden ist, sage klar: "In den
freigegebenen Quellen nicht gefunden." Erfinde keine Antwort.

# ARBEITSABLAUF
1. Bestimme Ziel, Zielgruppe und gewünschtes Ausgabeformat.
2. Stelle höchstens drei Rückfragen, wenn wesentliche Angaben fehlen.
3. Suche die relevanten Quellen und prüfe Aktualität sowie Widersprüche.
4. Erstelle das Ergebnis im vereinbarten Format.
5. Prüfe es gegen die Qualitätskriterien und kennzeichne offene Punkte.

# AUSGABEFORMAT
Beginne mit [Kernaussage/Ergebnis].
Gliedere anschließend in [Abschnitte].
Verwende [Ton, Länge, Tabellen-/Listenregeln].
Schließe mit "Quellen", "Offene Punkte" und "Nächste Schritte".

# QUALITÄTSKRITERIEN
- Fakten, Zahlen, Namen, Termine und Zuständigkeiten sind belegt.
- Fakten, Annahmen und Empfehlungen sind getrennt.
- Keine erfundenen Inhalte oder unbeabsichtigten Zusagen.
- Das Ergebnis ist für [Zielgruppe] klar und handlungsorientiert.
- Vertrauliche Inhalte werden nur im erlaubten Kontext verwendet.

# FEHLERBEHANDLUNG UND GRENZEN
Bei fehlender Berechtigung: Benenne die nicht erreichbare Quelle, ohne
ihren Inhalt zu erraten.
Bei unklarer Anfrage: Stelle Rückfragen.
Bei widersprüchlichen Quellen: Stoppe vor einer Schlussfolgerung und
zeige den Konflikt.
Bei riskanter Entscheidung: Liefere Optionen und Kriterien, triff die
Entscheidung nicht selbst.

# BEISPIELE
Erwartete Struktur: [Kurzbeispiel]
Nicht unterstützte Anfrage: [Beispiel] -> erkläre Grenze und sicheren
nächsten Schritt.

Drei einsatzbereite Agenten-Konzepte

1 · Meeting-Qualitätscoach

Zweck: Erstellt und prüft Meeting-Einladungen nach dem Standard Titel, Ziel, Ergebnis, Agenda, Vorbereitung, Rollen und Material.

Quellen: interne Meeting-Guideline, Rollenmodell, Vorlagenordner.

Starter-Prompts: „Prüfe diese Einladung und nenne die drei wichtigsten Lücken.“ · „Erstelle aus diesen Stichpunkten ein 30-minütiges Entscheidungsmeeting.“ · „Kürze die Agenda auf 25 Minuten, ohne den Entscheidungspunkt zu verlieren.“

Qualitätsgrenze: Keine Teilnehmer, Termine oder Entscheider erfinden.

2 · Dokument-Review-Agent

Zweck: Prüft Word-Entwürfe auf Kernaussage, Struktur, Belege, Risiken, Formatvorlagenlogik und Freigabereife.

Quellen: Schreibstandard, Berichtsvorlage, Fachglossar, Freigabecheckliste.

Starter-Prompts: „Prüfe diesen Bericht für eine Management-Freigabe.“ · „Markiere unbelegte Aussagen und unklare Zuständigkeiten.“ · „Erzeuge eine priorisierte Änderungsliste mit Fundstellen.“

Qualitätsgrenze: Keine fachlichen Fakten ergänzen, die nicht in den Quellen stehen.

3 · Team-Onboarding-Agent

Zweck: Beantwortet wiederkehrende Fragen zu Team, Rollen, Prozessen, Vorlagen und den ersten Arbeitstagen.

Quellen: aktueller Onboarding-Hub, Organigramm, Prozessbeschreibungen, FAQ.

Starter-Prompts: „Welche Schritte soll ich in meiner ersten Woche erledigen?“ · „Wo finde ich die aktuelle Berichtsvorlage?“ · „Wer ist für [Prozess] verantwortlich?“

Qualitätsgrenze: Bei personenbezogenen oder veralteten Angaben Quelle und Aktualitätsdatum nennen; keine privaten Informationen ableiten.

Testplan: fünf Fälle vor der Freigabe

Ein Agent ist erst fertig, wenn er auch im Grenzfall sauber reagiert. Teste jeden Agenten mit diesen fünf Fallarten – und dokumentiere das Ergebnis.

TestfallWas du eingibstErwartetes Verhalten
1 · NormalfallEine typische Anfrage, deren richtige Antwort du kennstKorrektes Ergebnis im vereinbarten Format, mit Quellenangabe
2 · Lückenhafte AnfrageAuftrag ohne wesentliche Angabe (z. B. ohne Zielgruppe)Höchstens drei Rückfragen – kein Raten, kein Losschreiben
3 · Fehlende QuelleFrage zu einem Thema, das die Quellen nicht abdeckenKlare Aussage „In den freigegebenen Quellen nicht gefunden“
4 · WiderspruchFrage, zu der zwei Quellen Unterschiedliches sagenGegenüberstellung und markierter Konflikt statt einer glatten Antwort
5 · GrenzfallEine nicht unterstützte oder riskante AnfrageErklärte Grenze plus sicherer nächster Schritt – keine Entscheidung im Alleingang
Erst Testfall 2 bis 5 zeigen die Qualität. Der Normalfall gelingt fast immer. Ob ein Agent im Alltag trägt, entscheidet sich daran, wie er mit fehlenden Angaben, fehlenden Rechten und Widersprüchen umgeht – genau dafür sind die Abschnitte FEHLERBEHANDLUNG und GRENZEN in der Master-Anweisung da.

Agenten im Alltag betreiben

RhythmusPrüfung
Nach jeder relevanten ÄnderungGeänderte Quelle und betroffene Testfälle erneut prüfen
MonatlichFehlerberichte, häufige Rückfragen und fehlende Starter-Prompts auswerten
QuartalsweiseQuellen, Berechtigungen, Owner, Anweisungen und Testset vollständig reviewen
Bei RollenwechselOwnership, Freigaben und Stellvertretung aktualisieren
Vor breiterer FreigabeDatenschutz, Governance, Lizenz und Supportweg bestätigen
Dokumentiere Änderungen mit Datum, Grund, geänderten Quellen und Anweisungen, Testergebnis und freigebender Person. Ein Agent ist ein gepflegtes Arbeitsmittel, kein einmalig fertiggestelltes Projekt.
Lektion 13

Sicher und verantwortungsvoll arbeiten

Prüfen ist keine Lästigkeit am Ende, sondern Teil der Arbeit.

  • Immer prüfen: Fakten, Zahlen und Namen selbst kontrollieren – am Original, nicht an der Zusammenfassung.
  • Keine sensiblen Daten in freie KI-Chats. Für Arbeitsinhalte gilt der Arbeitsaccount und die interne Richtlinie.
  • Verantwortung bleibt bei dir. Du gibst Arbeit ab, nicht Verantwortung.
  • Berechtigungen beachten. Wenn Copilot dir etwas zeigt, heißt das nicht automatisch, dass du es weiterleiten darfst.
  • Transparenz im Team: Klärt, wo KI-Unterstützung selbstverständlich ist und wo sie gekennzeichnet werden soll.

Die 60-Sekunden-Prüfroutine vor jedem Versand

  1. Zahlen: Stimmt jede Zahl mit der Quelle überein?
  2. Namen und Zuständigkeiten: Existieren die genannten Personen und Rollen wirklich so?
  3. Termine: Gibt es Widersprüche zwischen Text, Kalender und Quelle?
  4. Zusagen: Steht im Text etwas, das du nicht halten kannst oder willst?
  5. Belege: Ist bei jeder wichtigen Aussage klar, worauf sie sich stützt?
  6. Ton und Empfänger: Passt die Fassung zu dieser Zielgruppe – und ist der Verteiler richtig?
  7. Vertraulichkeit: Darf dieser Inhalt an genau diesen Empfängerkreis?
Halluzinationen erkennt man an ihrer Glattheit. Erfundene Inhalte klingen selten unsicher – sie klingen besonders rund. Besonders verdächtig: präzise Zahlen ohne Quelle, perfekt passende Zitate, Namen von Zuständigen, die du nicht kennst, und Termine, die es zu gut treffen.

Häufige Fehler – und die bessere Anweisung

Diese acht Muster kosten die meiste Zeit. Die rechte Spalte ist jeweils die konkrete Korrektur.

„Analysiere das“
Besser: Metrik, Vergleich, Zeitraum, Zielwert und Ausgabeformat definieren.
Ergebnis ungeprüft übernehmen
Besser: Fakten, Zahlen, Namen und Quellen am Original kontrollieren.
Sensible Daten unbedacht verwenden
Besser: Arbeitskonto, Richtlinie, Zweck und Berechtigung prüfen.
Immer einen neuen Prompt beginnen
Besser: Im selben Chat gezielt iterieren, Standards als Agent oder Prompt-Bibliothek anlegen.
Allgemeine Quelle akzeptieren
Besser: Freigegebene Datei, Mail oder Besprechung ausdrücklich referenzieren.
„Denke Schritt für Schritt“ ohne Ergebnisformat
Besser: Bearbeitungsschritte und sichtbare Zwischenprodukte definieren.
Copilot soll die Entscheidung übernehmen
Besser: Optionen und Kriterien anfordern – die Entscheidung triffst du.
Den „perfekten Prompt“ suchen
Besser: Gut starten und in zwei bis drei Runden nachschärfen.
Bonus

Deine ersten 14 Tage mit Copilot

Nicht alles auf einmal. Diese Reihenfolge hat sich in Trainings bewährt.

ZeitraumWas du übstWoran du den Erfolg merkst
Tag 1–3Jeden Morgen den Tagesstart-Prompt, jede lange Mailkette zusammenfassen lassenDu weißt vor dem ersten Kaffee, worauf jemand von dir wartet
Tag 4–6Benutzerdefinierte Anweisungen setzen und den Master-Prompt an deine Rolle anpassenAntworten haben ohne Zusatzaufwand das richtige Format
Tag 7–9Word: Entwurf aus Quellen und eine echte Entscheidungsvorlage erzeugenDu startest Dokumente nicht mehr bei null
Tag 10–12Fünf eigene Prompts speichern und nach der Namenskonvention benennenWiederkehrende Aufgaben dauern die Hälfte
Tag 13–14Einen Agenten planen, mit fünf echten Fällen testen, Anweisungen nachschärfenEin Standard läuft, ohne dass du ihn jedes Mal erklärst
Eine Gewohnheit reicht zum Start: Wer 14 Tage lang jeden Morgen den Tagesstart-Prompt nutzt, hat den größten Teil des Nutzens schon eingesammelt – und den Rest lernt man nebenbei.
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Glossar

Die zehn Begriffe, die in jeder Copilot-Diskussion vorkommen.

PromptDer Arbeitsauftrag an Copilot. Gute Prompts enthalten Ziel, Kontext, Erwartung und Quelle.
GroundingDas Anreichern deines Prompts mit echten Inhalten aus deinem Arbeitsumfeld, bevor das Sprachmodell antwortet.
Microsoft GraphDie Datenschicht hinter Microsoft 365: Mails, Dateien, Chats, Termine, Kontakte – immer im Rahmen deiner Berechtigungen.
LLM (großes Sprachmodell)Das Modell, das den Text erzeugt. Es sagt wahrscheinliche Fortsetzungen voraus – es schlägt keine Fakten nach.
HalluzinationEine flüssig formulierte, aber erfundene Aussage. Gegenmittel: Quellenpflicht, Belegregel, eigene Prüfung.
Enterprise Data ProtectionDer Schutzrahmen für Copilot im Arbeitskonto: Verschlüsselung, Mandantentrennung, kein Training der Foundation Models mit deinen Daten.
Benutzerdefinierte AnweisungenDauerhafte Vorgaben für Sprache, Format und Ton, die für jede Antwort gelten.
MemoryGespeicherte Erinnerungen an persönliche Präferenzen. Regelmäßig prüfen und aufräumen.
Prompt GalleryDer Katalog mit Microsoft-Prompts, deinen gespeicherten Prompts und – falls aktiviert – Team-Prompts.
AgentEine für einen wiederkehrenden Zweck konfigurierte Copilot-Erfahrung mit festen Anweisungen, Quellen und Starter-Prompts.

Lieber gemeinsam üben?

Dieses Tutorial ist das Begleitmaterial zur Copilot-Schulung. Im Training arbeiten wir an euren echten Mails, Dokumenten und Daten – mit eurer Lizenz, euren Richtlinien und euren Anwendungsfällen. Vor Ort oder online, modular nach Bedarf.

Zur Copilot-Schulung Angebot anfragen

Hinweis zur Erstellung: Dieser Text wurde auch mit Hilfe von künstlicher Intelligenz erstellt. Inhalte, Struktur und fachliche Aussagen wurden anschließend redaktionell geprüft und verantwortet.

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